Darmstädter Turn- und Sportgemeinde 1846 e. V.



Christi Himmelfahrt in den Alpen

Vom 9. bis zum 13. Mai ging es nach Mittenwald. Direkt in einer Isarschleife, umgeben von einer hohen bewaldeten Abbruchkante, liegt der Zeltplatz „Isarhorn“. Schon am Mittwochabend fanden wir uns ein: Klaus, Bärbel, Ralf und Sandra von der TSG; mit von der Partie waren Winfried, Tine, Janine, Claus und Daniela sowie Andrea, Jörg, Anke und Michael aus Frankfurt. 

Vom Rauschen der Isar geweckt und nach einer Stärkung beschlossen wir am Donnerstag, dem Rißbach einen Besuch abzustatten. Auf der Hinfahrt hielten wir an schönen und paddeltechnisch interessanten Stellen. Zuerst sahen wir uns den geplanten Ausstieg, hinter der gleich die Rißbachklamm mit meterhohen Abfällen wartet, an. Etwas weiter oben an der Straßenbrücke ist ein alternativer Ausstieg. Direkt davor der „Lockenwickler“: hier drückt das Wasser seitlich in eine Unterspülung, da auf der anderen Seite flache Platten ins Wasser ragen. Bei diesem Wasserstand (130cm) aber floss das Wasser in hohen Wellen einfach durch die Mitte. Weiter oben kamen die „schrägen Rippen“: in einer Rechtskurve ragen von rechts parallele Felsrippen  ins Wasser, welches auf einen großen, am linken Ufer liegenden Felsen drückt. So entstehen schräge Walzen. Schließlich ist noch das „Straßen-S“ zu besichtigen: in einer Rechtskurve folgt ein größerer Abfall auf einen kleineren.   -   Beim Einstieg schien die Sonne, sodass sich manche vor der Fahrt im kühlen Wasser abkühlten. Nach einigen Schwällen kamen wir schon zum „S“. Einige sicherten ab, der Rest fuhr. Eine Schwimmeinlage, dann gings weiter zu den „Rippchen“. Auch hier wurden zwei von der Wasserwucht getroffen, rollten aber hoch. Auch die letzte, tückische Querwalze hatte es in sich. Kurz vor Ende der Fahrt bot der Rißbach noch eine recht schöne Schlucht mit steil aufragenden Wänden, an deren Ende sofort ausgestiegen werden musste, um nicht unfreiwillig in die Klamm zu kommen.   -   Nach dem Umziehen saßen wir noch gemütlich im Biergarten am Fuße der Berge zusammen. Abends gab es frisch Gegrilltes und am Feuer ließen wir den letzten regenfreien Tag ausklingen.

Der nächste Tag begrüßte uns nämlich mit Dauerregen, der erst am Sonntag kurz pausieren wollte. Also statteten wir der Stadt Mittenwald einen Besuch ab. Einige statteten sich dort auch gleich mit Regenhosen aus. Trotz Regen führen wir nachmittags von Scharnitz bis zum Platz auf der Isar. Diese hatte gut Wasser, einen kanalisierten Charakter und war mit tückischen Blockwurfwehren bestückt, die wohl in Folge von Renaturierungsmaßnahmen entstanden sind. Die Wehre umtrugen wir weitgehend und hatten trotzdem unseren Spaß an schönen Wellen. Vom Himmel grüßte der nebelverhangene Karwendel.

Am Samstag regnete es immer noch ohne Unterlaß. Einladend war es nicht, einen Fuß nach draußen zu setzen, aber schön am Paddeln ist, dass Regen auf dem Wasser nicht stört und allenfalls die Grenze zwischen Himmel und Wasser verschwimmt. Einige fuhren an die Loisach. Nette Fahrerinnen begleiteten die Paddler am Fluss und schossen Bilder. Allein der Fluss selbst ist eine Reise wert! Auch hier war der Wasserstand mit 120cm ideal. Von den gut anfahrbaren Kehrwässern aus war der verblockte Bach gut überschaubar. Dom, Schlüsselloch und Treppenhaus waren gut und ohne Tücken zu fahren. Abends regnete es wenigstens so wenig, dass Grillen (ein Regenschirm deckte den Grill ab) im Freien möglich war.

Der Karwendel wurde zunehmend weißer um seine Spitzen, als wir am Sonntag feststellten, dass ein Fuchs unsere gesamten Vorräte an kostbarem Almkäse aufgefuttert hatte! Nach diesem Schock brachen wir auf und statteten der Ammer noch einen Besuch ab. Zwar regnete es bereits beim Einsetzen in Strömen, doch dafür wartete die Ammer mit einem traumhaften Wasserstand und wilden  Landschaft auf. Bereits an der „Scheibum“, die erste  Kernstelle, haute dies zwei von uns buchstäblich um. Bald danach lag im Hauptstrom ein Baum quer. Diese gefährliche Stelle umfuhren wir in einem rechten Seitenarm. Danach war alles übersichtlich und bestückt mit für die Ammer eher untypischen hohen Wellen. 

Jetzt dürften die Eisheiligen vorüber sein, sodass jeder im Freien sein völlig durchnässtes Gepäck trocknen kann!

Sandra Lang



Winfried auf der Loisach; das Straßen-S auf dem Rißbach

Das Isarhorn; die schrägen Rippen am Rißbach

Klaus an den Rippen